Leben ist mehr
»LEBEN IST MEHR« ist ein Lesebuch, das Impulse und Gedankenanstöße gibt. Es lädt ein zum Nachdenken – über Gott und die Welt, das Woher, Wohin und Wozu – und nicht zuletzt über uns selbst, und das an jedem Tag des Jahres. »LEBEN IST MEHR« hat ein individuelles Konzept und nimmt Stellung zu wichtigen Lebensbereichen wie Ehe, Familie, Gott, Christsein, Krisen, Beruf, Wirtschaft, Wissenschaft, Zukunft, u.v.a. »LEBEN IST MEHR« möchte Mut machen, ein echtes und erfülltes Leben zu entdecken. »LEBEN IST MEHR« gibt es schon seit 1999, sämtliche Beiträge aller Jahrgänge sind online verfügbar.
Leben ist mehr
Jens
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Als ich etwa zehn Jahre alt war, hatte ich einen Klassenkameraden – nennen wir ihn Jens. Wie das so ist, kommen Jungs in diesem Alter schon einmal auf dumme Ideen. So fingen wir in einer Pause an, uns gegenseitig anzuspucken. Irgendwann konzentrierte sich die Spuckattacke auf Jens. Ich weiß bis heute nicht, was uns damals geritten hat. Jens machte gute Miene zum bösen Spiel und schützte sich mit seiner Jacke vor dem fliegenden Speichel. Dann ging der Schultag zu Ende.
Am Nachmittag allerdings erreichte mich der Anruf des Vaters von Jens. Er hatte von dem bösen Spaß erfahren. Und er war – zu Recht – zutiefst erbost über die Ehrverletzung seines Sohnes: Wie könnt ihr nur! Gott sei Dank konnten wir das Ganze damals klären und ins Reine bringen. Als Vater kann ich diese Wut heute gut nachempfinden. Ich weiß nicht, wie ich reagierte, wenn meinem Sohn solch eine Schmähung widerführe.
Nun sehen wir in dem Tagesvers: Hier wird ebenfalls ein Mensch angespuckt. Es ist Jesus Christus. Noch viel mehr als aus unserer schlimmen Aktion in Kindertagen spricht aus diesem Anspucken Spott und Verachtung. Auch Jesus Christus hat einen Vater: Es ist der lebendige Gott. Versuchen wir einmal – nur ganz kurz –, uns in das Herz des göttlichen Vaters hineinzuversetzen. Er sieht, wie erbärmliche Menschen seinen geliebten Sohn aufs Übelste behandeln. Welche Reaktion hätten wir erwartet?
Dass Gott hier nicht eingreift, lässt nicht an seiner Liebe zu seinem Sohn zweifeln. Sowohl für Jesus als auch für seinen Vater war es klar, dass Jesus diesen Weg gehen musste, um uns Menschen, Gottes Feinde, mit Gott zu versöhnen. Dass Gott hier nicht eingreift, macht vielmehr deutlich, dass er uns Menschen liebt – und dafür auch seinen Sohn nicht verschont.
Markus MajonicaDiese und viele weitere Andachten online lesen
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