Leben ist mehr

Jona und die Schöpfung

Season 2026 Episode 241

Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.

0:00 | 7:47

Der Prophet Jona aus dem Alten Testament ist für mich ein ambivalenter Charakter. Er erhält einen konkreten Auftrag von Gott: »Geh nach Osten, nach Ninive!« (Jona 1,2). Doch was tut er? Er geht nach Westen, bucht eine »Kreuzfahrt« und haut ab. Gott ist jedoch nicht fertig mit ihm: Er befiehlt dem Wind, und die Naturelemente setzen sich gehorsam in Bewegung. Sie tun das, was Gott will. Sie wühlen das Meer auf und bringen das Schiff, auf dem Jona vor Gott zu fliehen gedenkt, in Seenot. Als Jona dann ins Meer geworfen wird, weil er Schuld an diesen Widrigkeiten trägt, ist der Sturm auf Gottes Wink hin auf einen Schlag gestillt. Dann ordert Gott einen großen Fisch, der Jona weisungsgemäß verschluckt und drei Tage später an einer ganz bestimmten Stelle ausspuckt – wieder auf den Befehl Gottes.

Es ist erstaunlich: Die ganze Schöpfung – belebt oder unbelebt – folgt gehorsam den Anordnungen Gottes, nur nicht der Mensch Jona. Der Mensch ist der einzige Teil der Schöpfung, der sich aktiv Gott widersetzt. Dass er damit auf lange Sicht keinen Erfolg haben wird, ist klar. Denn unsere Kraft ist klein und endlich, Gott hingegen ist allmächtig.

Was sind nun unsere Optionen? Wir sehen an Jona, wohin es führt, wenn wir uns Gott widersetzen: Es bringt unsere Mitmenschen in Gefahr und führt uns in die Katastrophe. Doch es gibt einen Ausweg, und hier ist Jona wieder Vorbild. Im Bauch des Fisches erkennt er, dass Gott es immer noch gut mit ihm meint. Gott will den widerspenstigen Jona nicht vernichten, sondern retten. Und so unterwirft sich Jona der gütigen Hand Gottes.

Wie bei Jona steckt in den Krisen, in die wir durch unseren Eigenwillen geraten, die Chance, zu Gott umzukehren und ihm zu gehorchen.

Markus Majonica

Diese und viele weitere Andachten online lesen

Weitere Informationen zu »Leben ist mehr« erhalten Sie unter www.lebenistmehr.de