Leben ist mehr
»LEBEN IST MEHR« ist ein Lesebuch, das Impulse und Gedankenanstöße gibt. Es lädt ein zum Nachdenken – über Gott und die Welt, das Woher, Wohin und Wozu – und nicht zuletzt über uns selbst, und das an jedem Tag des Jahres. »LEBEN IST MEHR« hat ein individuelles Konzept und nimmt Stellung zu wichtigen Lebensbereichen wie Ehe, Familie, Gott, Christsein, Krisen, Beruf, Wirtschaft, Wissenschaft, Zukunft, u.v.a. »LEBEN IST MEHR« möchte Mut machen, ein echtes und erfülltes Leben zu entdecken. »LEBEN IST MEHR« gibt es schon seit 1999, sämtliche Beiträge aller Jahrgänge sind online verfügbar.
Leben ist mehr
Barmherziger Samariter
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Im Religionsunterricht haben wir in unserer IVK (Internationale Vorbereitungsklasse / Flüchtlinge) das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter behandelt.
Sousan* ist 16 Jahre alt. Sie, ihre acht Geschwister und die Eltern flohen 2015 mit dem Auto aus dem Kriegsland Syrien in die benachbarte Türkei. Zwei Jahre lang lebte die Familie in der Türkei, bevor sie dann 2017 mit einem Boot nach Griechenland übersetzte. Die Überfahrt kostete die Familie eine ungeheure Summe. In dem Boot waren insgesamt 70 Personen, die Überfahrt dauerte sieben Stunden. In Griechenland wurde die Familie ausgrenzend behandelt und floh weiter nach Deutschland, wo sie 2018 ankam. Die Kriegserlebnisse bleiben Sousan als tägliche Begleiter im Kopf präsent. Besonders erinnert sie sich an ein Erlebnis, als sie einmal auf dem Heimweg von der Schule war. In unmittelbarer Nähe warf ein Flugzeug seine Bombe ab und tötete Sousans Freundin.
Zum barmherzigen Samariter schreibt Sousan: »Der Priester und der Levit hätten helfen müssen, da sie doch auch Juden waren. Sie hatten dieselbe Religion, deswegen müssen sie dem Verletzten helfen. … Ich wollte es wie der Samariter machen, weil wir alle Menschen sind. … Ich helfe allen, auch wenn sie meine Feinde sind. … Die Samariter und die Juden sind Feinde, aber der Samariter ist barmherzig, und sein Herz tut weh, deswegen hat er dem Verletzten geholfen, obwohl der Jude war.«
Als Jesus dieses Gleichnis erzählte, ging es genau darum: ehrliche, spontane Hilfe, ungeachtet ethnischer, religiöser, kultureller oder sonstiger Hindernisse. Jesus selbst hat das vorgelebt, indem er auch einem römischen Hauptmann oder einer syrischen Frau geholfen hat. Auch wir dürfen das empfangen und an andere weitergeben.
* Name geändert
Martin von der MühlenDiese und viele weitere Andachten online lesen
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