Leben ist mehr
»LEBEN IST MEHR« ist ein Lesebuch, das Impulse und Gedankenanstöße gibt. Es lädt ein zum Nachdenken – über Gott und die Welt, das Woher, Wohin und Wozu – und nicht zuletzt über uns selbst, und das an jedem Tag des Jahres. »LEBEN IST MEHR« hat ein individuelles Konzept und nimmt Stellung zu wichtigen Lebensbereichen wie Ehe, Familie, Gott, Christsein, Krisen, Beruf, Wirtschaft, Wissenschaft, Zukunft, u.v.a. »LEBEN IST MEHR« möchte Mut machen, ein echtes und erfülltes Leben zu entdecken. »LEBEN IST MEHR« gibt es schon seit 1999, sämtliche Beiträge aller Jahrgänge sind online verfügbar.
Leben ist mehr
Einer wie wir
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Der Arzt und Missionar John White († 11. Mai 2002) erzählt:
Als Medizinstudent hatte ich einmal eine Lehrveranstaltung über Geschlechtskrankheiten versäumt. Um mir das Vorlesungsmanuskript abzuholen, musste ich deshalb abends ganz allein zur Klinik für Geschlechtskrankheiten gehen – zu einer Zeit, zu der dort normalerweise keine Studenten waren.
Als ich das Gebäude betrat, kam ein mir unbekannter Pfleger auf mich zu. Eine Reihe von Männern wartete auf Behandlung. »Ich möchte gern zum Arzt«, sagte ich. »Das möchte hier jeder. Warten Sie, bis Sie an der Reihe sind«, antwortete er. »Sie verstehen mich falsch«, sagte ich. »Ich bin nämlich Medizinstudent und möchte deshalb zum Professor.« – »Das ist unerheblich«, sagte der Pfleger. »Sie sind durch denselben Eingang wie alle anderen gekommen. Warten Sie, bis Sie an der Reihe sind.«
Schließlich konnte ich ihm doch klarmachen, wozu ich gekommen war. Aber ich werde nie mein tiefes Schamgefühl vergessen, das mich daran hinderte, mich in eine Reihe mit Geschlechtskranken zu stellen.
Jesus dagegen ließ sich nicht von Schamgefühlen abhalten, als er sich am Jordan in eine lange Reihe von Sündern stellte (siehe Tagesvers). Er identifizierte sich mit uns allen, als er auf seine Taufe wartete. Der moralische Graben, der ihn und uns voneinander trennte, war viel größer als der, den John White von den Männern in der Klinik trennte. Überdies war Johns Abneigung gegen Geschlechtskrankheiten nichts gegen die Abscheu Jesu vor der Sünde. Trotzdem war Jesus gekommen, um genau dieses Problem für uns zu lösen: Er überbrückte den tiefen Graben, der uns von Gott trennte. Er trat in unsere Reihen, nahm uns an und blieb doch rein. Er identifizierte sich mit denen, die er retten wollte.
Andreas FettDiese und viele weitere Andachten online lesen
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